Am Anfang sind es kleine Gewohnheiten, die bestimmte Rituale im Alltag von Felix Leps einfordern. Beim Kaffeekochen muss er etwas von dem Kaffeepulver zurück in die Packung geben, von einer Scheibe Brot muss ein Stück Rinde übrig bleiben. Dann verwandelt sich der ganze Tagesablauf in ein Zwangsdelirium ... Felix Leps erzählt die Geschichte seiner Zwangserkrankung ungeheuer intensiv und quälend: "Draußen warteten wieder die Fahrbahnmarkierungen, Pfosten und Gullydeckel als Anlässe für die üblichen Zähl-, Wipp- und Ausweichrituale. Starr stand ich vor Gullydeckeln, innerlich zählend und leicht wippend, mich verzählend und wieder neu beginnend, erschöpft, wütend und verzweifelt aufatmend, wenn ein Hindernis schließlich überwunden war."
Erst nach mehreren Therapieanläufen gelingt es Felix Leps, die Kontrolle über den Alltag wiederzuerlangen.
Felix Leps (Pseudonym) wurde 1960 in Zürich geboren, studierte Germanistik und Geschichte und arbeitet heute für eine wissenschaftliche Institution. Der Autor kann zu Lesungen eingeladen werden. Kontakt über den Verlag.
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