Über 50% der Menschen mit einer psychischen Krankheit werden von ihren Angehörigen betreut. Eine Aufgabe, die Familien und Freunde schnell an eigene Belastungsgrenzen bringt und immer auch mit Schuld, Scham und Ausgrenzung konfrontiert. In diesem Ratgeber finden sie Unterstützung: Er informiert umfassend über die häufigsten psychischen Krankheiten, über psychotherapeutische Verfahren sowie über den Einsatz und die Wirkung von Psychopharmaka. Man kann die wichtigsten Rechtsbegriffe nachschlagen und Anlaufstellen im Hilfesystem und der Selbsthilfe finden. Neu sind Beiträge, die Strategien für eine bessere Kommunikation und den Umgang miteinander vermitteln. Sie werden ergänzt durch Arbeitsbögen, die helfen, den eigenen Standpunkt zu finden, und so förderlich sind für ein besseres Zusammenleben aller Beteiligten.
Erfahrungen anderer Angehöriger entlasten und zeigen, wie man mit wiederkehrenden Problemen und stressigen Situationen besser umgehen kann. Fazit: Wer gut informiert ist, kann leichter Grenzen ziehen, Vorurteilen gelassener begegnen und sich selbst notwendige Hilfen holen.
Von psychischen Erkrankungen ist die ganze Familie betroffen. Angehörige fragen sich besorgt, woher die Krankheit kommt, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und was man selbst tun kann, ohne die eigenen Belastungsgrenzen zu überschreiten. Der Bundesverband der Angehörigen (BApK) und die Landesverbände unterstützen sie durch kostenlose Beratung, Vermittlung von Kontakten, Adressen und Literaturhinweisen. Der Bundesverband sucht darüber hinaus den Dialog und die Zusammenarbeit mit Institutionen, die Verantwortung im psychosozialen Hilfesystem haben, wie Trägervereinen, Krankenkassen oder Exekutivorganen des Bundes, um ein Versorgungsangebot zu schaffen, das auch den Bedürfnissen chronisch Kranker und ihrer Angehörigen gerecht wird.
Ein wesentlicher Teil der Verbandsarbeit besteht darin, den Erfahrungsaustausch zu fördern. Die Erfahrungen anderer Angehöriger entlasten und zeigen, wie man mit psychisch Kranken leben kann. Auf örtlicher Ebene geschieht das in den Selbsthilfegruppen. Bei der Bildung und Begleitung dieser Gruppen können die Landesverbände helfen. Diese informieren in eigenen Veranstaltungen zu fachlichen und landesspezifischen Themen. Auch der Bundesverband organisiert Informationsveranstaltungen zu therapeutischen und sozialrechtlichen Fragen sowie Themen der Selbsthilfe. Auf diese Weise entsteht ein Netzwerk, das Familien aus der Isolation holt und ihnen auch in Krisen Halt gibt.
Fast drei Jahrzehnte nach Bildung der ersten Angehörigengruppen und fast zwei Jahrzehnte nach Gründung des Bundesverbands der Angehörigen psychisch Kranker hat sich einiges an Erfahrungen über das Leben mit psychisch Kranken angesammelt und auch Wissen über die oft verschlungenen Pfade des Hilfesystems. Diese Erfahrungen und dieses Wissen wurden gesichtet und in dem Ratgeber »Mit psychisch Kranken leben« zusammengestellt, der besonders für Angehörige, die zum ersten Mal mit psychischer Erkrankung konfrontiert sind, hilfreich ist.
Der BApK ist der Bundesverband Angehöriger psychisch Kranker, der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt vor allen Dingen auf Beratung, Vermittlung und Information.
mehr »Das Buch [ ... ] gibt sachlich dichte, wissenschaftlich fundierte und aktuelle Informationen, regt zur persönlichen Reflexion an, es gibt Hilfen zur Gestaltung des Alltags mit Betroffenen und ermutigt zur Suche nach Kontakt und Unterstützung. Es stellt so einen wichtigen Beitrag zum Empowerment von Angehörigen dar. Fachleuten, die Angehörigenarbeit in der Psychiatrie leisten, könnte es den Blick öffnen und ein vertieftes Verständnis schaffen für die Probleme, Perspektiven, Anliegen und Bedürfnisse von Angehörigen ihrer Klienten oder Patienten. So kann es auch zu verbesserter Kooperation zwischen Fachkräften, Betroffenen und ihren Angehörigen beitragen.
Die 4. überarbeitete Auflage des Ratgebers »Borderline - verstehen und bewältigen« von Dr. Ewald...
»Hölderlin und die Psychiatrie« von Uwe Gonther und Jann. E. Schlimme geht in die 3. Auflage.